Museumsbunker RO1 Bietigheim-Bissingen der Neckar-Enz-Stellung

Museumsbunker RO1 

Der Museumsbunker RO1 der Neckar Enz Stellung in Bietigheim-Bissingen 

Der Museumsbunker RO1 liegt in einem kleinen Waldstück im Enztal und gehört zur Neckar-Enz-Stellung. Das Waldstück befindet sich in der Bissinger Brandhalde, zwischen dem Gleisweg und dem Langwiesenweg, unterhalb der Bahnhofsstraße auf Höhe des Olympia-Paradies-Kino Bissingen. Der Arbeitskreis Bunkerforschung öffnet dreimal im Jahr die Stahltüren der Bunkerstellung. Dann präsentieren sie den liebevoll Eingerichteten und vollständig erhaltenen Bunker der Öffentlichkeit. Bei meinem Besuch am ersten Öffnungstag 2019, war noch ein weiterer Verein anwesend. 

Die Mitglieder des Vereins "Die Alte DSM" stellten das Leben rund um den Bunker dar. Mit ihren Uniformen, Waffenattrappen und sonstigen Utensilien hauchten sie dem Bunker aus kalten Stahl und Beton leben ein. Im Freien wurde das morgendliche Antreten und kleinere Kampfhandlungen dargestellt. Sie erläuterten einzelne Waffengattungen anhand von Attrappen. Ebenso wurden die Uniformen erklärt. Aus welcher Epoche diese stammen und wie die Aufgaben der Soldaten aussahen. Sie veranschaulichten so das Leben der Truppe, wie es einst stattgefunden haben könnte. Und dies, ohne eine politische Meinung zu vertreten.

Museumsbunker RO1 - Die Alte DSM - IG Alte Darstellungsgruppe Südwestdeutsches Militär 1864-1918Museumsbunker RO1 - Die Alte DSM simuliert einen Angriff

Der Museumsbunker RO1 in Bietigheim ist einer der wenigen Komplet erhaltenen Bunker der Neckar-Enz-Stellung. Insgesamt sind mir 2 öffentlich zugängliche Bunker der Neckar-Enz-Stellung bekannt, die besichtigt werden können. Ein sehr großer Teil der 450 Bunker wurde nach dem Krieg von den Besatzern gesprengt. Der Bunker RO1 hat seinen Erhalt der Tatsache zu verdanken, dass in unmittelbarer Nähe eine wichtige Bahnstrecke verlief. Auf dem wenige Meter entfernten Gleisweg verlief einst das Gleis, welches bei einer Sprengung in Mitleidenschaft gezogen worden wäre. So wurde entschieden den Bunker nicht zu sprengen, sondern mit Erde zu überdecken.

In mühsamer Arbeit wurde der Bunker ab 1999 wieder aufgewältigt und in standgesetzt. Im Laufe der Jahre wurden immer mehr Einrichtungs- und Ausstellungstücke beschafft. Heute vermittelt die Innenausstattung wieder einen originalen Zustand. Die Mehrstockbetten wurden aufgebaut, die Lüftung ist funktionsfähig und sogar ein kleiner Ofen wurde herangeschafft. Die Ausstellungsstücke sind nur an den Öffnungstagen installiert. Alle Exponate werden am selben Abend wieder abgebaut, so dass der Bunker in den Ruhephasen absolut leergeräumt ist.

Die Außenanlage wurde ebenfalls hergerichtet, der Bunker gestrichen und originale Panzertüren verbaut. Alle Zuwege und Treppen sind befestigt und werden stetig erneuert. So gelangt man vom tiefer gelegenen Enztal(Langwiesen) und vom oberen Gleisweg auf das Gelände.

Nun noch ein paar Worte zur Umgebung und weiteren Kombinierungsmöglichkeiten. Der Museumsbunker RO1 und der Luftschutzstollen Gaishalde in Bietigheim, sind immer am selben Tag geöffnet. Somit lassen sich diese zwei Schutzbauwerke gut miteinander kombinieren. Bei schönen Wetter bietet sich ein Spaziergang oder eine kleine Radtour an. Zu Fuß benötigt man etwa 40 Minuten und mit dem Fahrrad nur 15 Minuten zwischen den Anlagen. Direkt am Gleisweg liegen auch noch die gesprengten Stellungen 336 und 337. Hier ist leicht ersichtlich, wie enorm die Sprengungen waren. Alternativ lädt der Langwiesenweg, welcher an der Enz entlang führt, zum wandern ein. In der Bietigheimer Altstadt lässt es sich gut bummel und von dort ist es nur noch ein Katzensprung zum Luftschutzstollen Gaishalde. Wasserratten können sich auf der anderen Seite der Enz austoben und den Badepark Ellental, der Stadtwerke Bietigheim-Bissingen besuchen.

Route vom Bunkermuseum RO1 zum Luftschutzstollen Gaishalde

Der grüne Pin(A) markiert den Museumsbunker RO1 und der rote Pin(B) kennzeichnet den Luftschutzstollen Gaishalde. Die roten Punkte markieren die gesprengten Bunker 336 und 337. Der blaue Punkt markiert die Bietigheimer Altstadt und der orangne den Badepark Ellental. Ebenfalls sind beide Strecken gekennzeichnet. Die eine führt über den Gleisweg und die andere über den Langwiesenweg an der Enz entlang.

Positiv fand ich...

  • Bauwerkszustand und die detailgetreue Einrichtung
  • Fachkompetenz der Ehrenamtlichen
  • Gut kombinierbar mit weiteren Angeboten
  • Kein Eintritt sondern freiwillige Spenden
  • Zusätzliche realistische Darstellung durch die "IG Alte Darstellungsgruppe Südwestdeutsches Militär 1864-1918"
  • Anfahrt mit den Öffentlichen

Kontakt und Anfahrt

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Museumsbunker "RO1 der Neckar-Enz-Stellung" besucht am 7 April 2019.

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