Mit 220m Seil und jede Menge Abseilmaterial ging es ab durch den Wald in Richtung Einstieg der Grube Hausbaden bei Badenweiler.

Ganz zum Anfang möchte ich sagen, dass man hier geübt sein sollte. Gleich 4 Meter hinter dem Einstieg in die Felsspalte geht es 60m in die Tiefe. Hier ist äußerste Vorsicht geboten und es ist auch ein Wunder, dass diese Felsspalte nicht gesperrt ist, wie die gegenüberliegende Badenweiler Schwefelhöhle! Auch ist zu beachten, dass bei anstehenden Regen von einer Befahrung abgesehen werden sollte, die Grube kann zum Teil schnell voll laufen und es besteht die Gefahr zu ertrinken oder eingeschlossen zu werden!

Grube Hausbaden bei Badenweiler Alter-Mann-Fels in der Felsspalte
 
Zu Beginn ging es 60m in die Tiefe. Der Abstieg erfolgte durch die Felsspalte. In dieser bildet eingespültes Geröll zwei kleinere Podeste, welche einem zwar die Chance zum Verschnaufen bieten aber auch ein Hindernis beim Aufstieg darstellen. Auf dem letzten Stück der ersten Abseilstrecke gleitet man am Seil durch die enge Felsspalte hinein in eine riesige Abbauhalle.
 
Grube Hausbaden bei Badenweiler Alter-Mann-Fels abseilen in die Abbauhalle
 
Atemberaubend in welchen Ausmaßen hier Mineralien wie Quarz, Baryt und Bleiglanzbutzen tief im Berg abgebaut wurden. Zum Teil sieht man noch die Stempel welche die Bergmänner gesetzt haben. An anderer Stellen sind allerdings nur noch die Kerben im Fels zu erkennen und das Holz wurde weggespült oder ist bereits verrottet.
 

 Badenweiler Alter-Mann-Fels tief im Abbauhohlraum Stempel

Im weiteren Verlauf der Tour ging es immer tiefer in den Berg, dafür wir benötigten weitere Seile mit den Längen 30m, 20m, 30m, 40m und 10m. Einige Abseilstrecken gingen an große Trockenmauern vorbei, einige waren circa 8m hoch. Beim Abseilen entlang dieser Mauern konnte ich immer wieder Mineralien und kleine Kristalle entdecken. Was das genau war kann ich nicht sagen, ich bin kein Mineralien Experte. Einige ausgespülte Steine am Boden sahen auch aus wie abgestorbene Korallen.

Badenweiler Alter-Mann-Fels Mineralien

Der Abstieg dauerte insgesamt 5 Stunden mit essen, in jedes Loch schauen, den alten Mann bestaunen und Abseilmaterial befestigen. Ganz unten konnte man noch längere Stollen finden, welche vielleicht einst eine Sohle bildeten. Ansonsten wirkte alles wie ein riesiger Abbau mit kurzen Verbindungen. Nachdem wir uns durch eine 10m langen und gut 40cm tiefen Schlammstrecke gekämpft hatten, in der wir zum Teil einfach stecken geblieben sind, gelangten wir zu einem schier unendlichen Schacht. Er war sauber in den Fels getrieben und ein Ende war nicht zuerkennen. Ganz unten am Grund des Schachts war es noch einmal Zeit für eine Pause und in sich zukehren.

Kurzvideo eines sehr tiefen Schachts in der Grube Hausbaden bei Badenweiler

Um 18.15 Uhr machten wir uns dann wieder auf den Rückweg und nachdem wir die ersten drei Abseilstrecken überwunden hatten und auch das Material in den Rücksäcken wieder mehr wurde, wollte man nur noch an die frische Luft. Aber je schneller man raus wollte, um so länger dauerte der Aufstieg. Irgendwann waren die ersten vier Abseilstrecken überwunden und man konnte die frische Luft schon riechen.
"Jeder von euch der nach etlichen Stunden aus dem Berg ausfährt, weiß welchen Geruch ich meine und wird ihn jetzt riechen können."
Doch es lag noch die längste der Abseilstrecken vor uns. Nun hieß es die letzten 60 Meter zu erklimmen. Die frische Waldluft wies uns den Weg und dieser ging steil durch die Felsspalte nach oben. Die Rucksäcke mussten wir unter uns binden und so am Seil empor steigen, anders wäre es in der Felsspalte zu eng gewesen.
 
Badenweiler Alter-Mann-Fels abseilen Rucksack
 
Doch der Aufstieg gestaltete sich schwieriger als gedacht, es begannen die Kräfte zu schwinden und dann waren da noch die zwei Podeste aus Geröll und die Umlenkpunkte des Seils die wir übersteigen mussten und immer dieser schwere Rucksack im Schlepptau. Gut 25kg mehr die unter einem hingen und mit hochgezogen werden wollten. Die letzten paar Meter gingen nur noch 5 Züge im Seil und dann musste man kurz Pause machen. Vollkommen ausgepowert sind wir um 21.00 Uhr ausgefahren.
 
Nun mussten wir noch alle Materialien verstauen und zum Auto schaffen, um 22.00 Uhr ging es dann endlich in Richtung Heimat. Auf dem 280km langen Weg zum Bett kam nur noch McDonalds und die heiße Dusche. Um 2.00Uhr hieß es dann lichtaus.de ;-)
 
Badenweiler Alter-Mann-Fels Felsspalte
 
Wichtiger Hinweis: In diesem Bergwerk sollte man im Seil geübt sein und sich gut in Seilkunde auskennen. Auch sollte man unbedingt in guter körperlicher und geistiger Verfassung sein. Perfekt wäre ein Team aus 3-4 Personen, denn der Material Aufwand ist sehr hoch und all das Material möchte auch getragen werden und so kann man die Seile auf mehrere Personen aufteilen.
 

Ein schöner und anstrengender Tag in der Grube Hausbaden bei Badenweiler, Glück Auf!

04-03-2017
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Comments List
Nice Trip in the Underground... keep it up :-)
Super interessant
Ein wirklich interessanter Beitrag und Respekt dass ihr es bis unten hin geschafft habt. Oben an der Wanderhütte habe ich schon oft gesessen, dank deinen Bildern weiß ich jetzt auch wie es unter mir aussieht. Mir wäre das viel zu gefährlich und daher danke fürs zeigen. LG Henri