Usine du Vaches | Infanteriewerk Welschhof

Die Anfahrt war lang und das Wetter wurde immer schlechter und schlechter, jetzt schnell über das Feld rennen in Richtung des Betonklotzes, der hinter den Büschen hervor schaut. Eine ganze Herde Kühe beäugte uns kauend und war uns ständig auf der schliche. Sie schauten uns neugierig beim der suche nach einen Eingang zu. Als wir den Eingang auswendig machen konnten, hieß es Fallgrube runter klettern, auf der anderen Seite wieder hoch und ab hinein.

Anfangs ein Bunker wie ich ihn schön öfters sah, ein paar kleine Räume und mehrere Geschütztürme und Schießscharten, doch dann entdeckten wir das Treppenhaus mit Fahrstuhl, welches ca. 25 Meter in die Tiefe reicht. Mit der Hoffnung das der untere Teil nicht unter Wasser steht ging es ab nach unten. Stufe für Stufe und Treppe für Treppe. Ganz unten angekommen folgt als erstes der Prüfende Blick nach links und rechts . Dieser offenbart lange dunkle Gänge an deren Decke Rohre und Kabel verlaufen, viele Abzweigungen und Räume.Noch einen kurzen Blick von unten nach oben in den Fahrstuhlschacht und dann ging es los.

Blick in den Fahrstuhlschacht im Infanteriewerk Welschhof

Auf in die ersten Räume und schon überraschte uns eine große Netzersatzanlage, 2 riesige Dieselaggregate sorgten hier einst für Elektrischen Strom, in einem Raum hinter den Agregaten befand sich auch gleich der Dieseltank.

Auf der anderen Seite des Ganges fanden wir die Küche der unterirdischen Kaserne. Die Kochstelle wurde noch mit Holz und Kohle beheizt, also muss die Küche einer der wenigen warmen Räume in der Anlage gewesen sein. Vorbei am Kommandantenzimmer, den Unterkünften und dem Waffenlager ging es in den ersten langen Gang, der zu den andren zwei Kampfblöcken führte.

Langer Verbindungsgang der Kampfblöcke im Infanteriewerk Welschhof

Dieses Infanteriewerk bestand aus 3 Kampfblöcken welche unterirdisch verbunden waren, allein die Verbindungsgänge zwischen den einzelnen Blöcken waren ca. 350m lang. Im östlichen Teil der Anlage befand sich die in ca. 25m tiefe gelegene  Kaserne des Werks. Auf der hälfte der Strecke, erreichten wir eine Gabelung welche  links zu Block 2 und rechts weiter Richtung Osten zu Block 3 führte.

Riss/Plan des Infanteriewerk Welschhof - Maginot-Linie

Nach 5 Stunden rumstreunen im Untergrund, machten wir uns dann langsam wieder auf den Weg an die Oberfläche. Kaum oben angekommen, merkten wir dass draußen ein Sturm tobte wie er im Buche steht. Wir mussten noch die Fallgrube überwinden und dann übers Feld zurück zum Auto rennen, dass es längst stock Dunkel ist war klar. Nun sollte alles schnell gehen, ab über die Fallgrube, über die rutschigen und lehmigen Trampelpfade Richtung Feld, um dann durchs Hüfthohe Weizen zu rennen und nochmal die maximal Wasserladung aufnehmen. Auf der Heimfahrt hatten wir ja Zeit zum trocknen :) 

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