Der böse Schwarzbefahrer?

Häufig hat der Begriff Schwarzbefahrer einen negativen Nachgeschmack, dies kommt sicherlich auch von dem ähnlichen Begriff Schwarzfahrer. Vom Prinzip sind die beiden Wörter sinngemäß auch nicht so weit von einander entfernt.

Schwarzbefahrer im Altbergbau

Der Begriff Schwarzbefahrer lässt sich relativ einfach Erklären und man erkennt auch schnell, dass dieser weniger schlechtes in sich hat als der Schwarzfahrer. Als erstes muss man sagen, dass untertägige Grubenbaue nicht begangen, sondern befahren werden. Der Bergmann geht nicht in die Grube, sondern fährt in die Grube ein. Er nutzt nicht die Leiter, sondern er nimmt die Fahrt.

Fährt nun eine Person in den Berg ein und hat dafür die Erlaubnis des Besitzers oder einer anderen bevollmächtigten Person, so macht er dies vollkommen legal, also weiß. Besitzt die Person aber keinerlei Erlaubnis die Grubenbaue zu befahren, so macht er dies schwarz. Somit ist er ein Schwarzbefahrer und gefährdet in erster Instanz nur seine eigenes Wohl.

Dies trifft aber auf den Schwarzfahrer, der unerlaubt ein KFZ im öffentlichen Straßenverkehr führt nicht zu. Dieser gefährdet das Wohl etlicher weiterer Personen, die am Straßenverkehr teilnehmen.
Wir halten fest. Jede Person, die ohne Erlaubnis einen Grubenbau befährt, ist ein Schwarzbefahrer.

Der ungern gesehene Schwarzbefahrer im Altbergbau(stillgelegte Bergwerke)

Natürlich sind Schwarzbefahrer oft nicht gern gesehen, weder von den öffentlichen Stellen oder auch von anderen Schwarzbefahrern.

Häufig trifft man auf Personen, die sich selbst nicht als Schwarzbefahrer sehen, aber dennoch strenggenommen welche sind. Personen die zu Forschungszwecken, oder mit behördlicher Erlaubnis einzelne Gruben befahren dürfen. Aber genau hier muss man sich die Frage stellen. Haben diese Personen wirklich noch nie unerlaubt Grubenbaue befahren.

Ich denke zu einem großen Prozentsatz, hat jeder Bergbaubegeisterte schon einmal Grubenbaue ohne ausdrücklicher Genehmigung befahren. Doch gerade hier ist das Geschreie meist groß und laut.
Dieses engstirnige Schwarz-Weiß Denken ist vollkommen unangebracht und führt nur zu weiteren Gerangel. Wir müssten eher in rücksichtsvolle und rücksichtslose Befahrer unterscheiden. Denn die Probleme kommen doch mit der Rücksichtslosigkeit im Umgang mit den Gegebenheiten.

Der Rücksichtslose

Es werden Mineralien in großen Still aus dem Berg gebrochen und kommerziell genutzt. Grubenbaue mit Farbe besprüht um Wege zu markieren oder einfach nur um zu sagen, dass man hier war. Geschütze Tierarten werden in den Ruhezeiten massiv gestört und Schutzeinrichtungen zerstört. Ich könnte etliche weitere Beispiele aufführen, doch ich möchte es lieber bei diesen belassen.

Wie überall im Leben sollte man nicht alle Menschen über einen Kamm scheren. Allerdings liegt dies scheinbar in der Natur des Menschen. Schon in der Berufsschule lernte ich. Es heißt nicht der Elektriker hat scheiße gebaut, sondern die Elektriker. Doch sollten wir dringlichst zwischen Schwarzbefahrern unterscheiden.

Der Rücksichtsvolle

Es gibt jene, die Grubenbaue mit wertvollen Bildern dokumentieren und in ihren privaten Archiven lagern. Im Laufe der Jahrzehnte können so entstandene Bilder von großem Wert sein. In Ergänzung mit bestehenden Archiven bilden diese einen guten Zeitstrahl der Grubenbaue. Hier ist es allerdings sehr wichtig, die privat geführten Archive erschließen zu können.

Private Archive von Schwarzbefahrern

Das erschließen dieser Archive wird nicht funktionieren, wenn mit dem schwarzen Zeigefinger gleichermaßen geurteilt wird! Welche Privatperson wird sein Archiv preisgeben, wenn er mit rücksichtslosen Schwarzbefahrern auf eine Stufe gestellt wird? Die rechtliche Grauzone ist hier so groß, wie die Dunkelheit in den stillgelegten Bergwerken Deutschlands.

Oft grassiert das Bild von einem Schwarzbefahrer mit unzureichender Ausrüstung. Aber auch bei diesem Thema muss man klar widersprechen. Viele Befahrer stecken viel Geld in ihre Ausbildung und Ausrüstung. Sind in Seilsport oder Rettungsvereinen tätig, wo sie ihr Wissen stetig erweitern. Dieses Knowhow darf nicht unterschätzt werden. Längst hängen Schwarzbefahrer nicht mehr an Kokusstricken und Holzstämmen.

Fazit

Die Zusammenarbeit zwischen Privatpersonen, bergbaulichen Vereinen, Forschungsgruppen und Behörden muss zwingend gesteigert werden. Sensibilisieren, statt den Finger zu erheben muss der Leitfaden sein!
Erste Schritte könnten wie folgt aussehen. Privatpersonen die Mitarbeit in Vereinen und ehrenamtlichen Projekten schmackhaft machen. So kann der Grundstein für eine offizielle Forschungsarbeit gelegt werden. Arbeitskräfte bündeln und zentrieren.

Ich hoffe dieser Beitrag, ist ein kleiner Denkansatz. Ich habe ihn mit Absicht kurz gehalten, auch wenn man noch weiter ausschweifen könnte.

Update zu User Kommentar

Mittels Feedback Formular bekam ich heute den folgenden Denkanstoß zum Thema Schwarzbefahrer. Die Kommentarfunktion wäre wohl der bessere Weg gewesen, aber so erweitere ich einfach diesen Beitrag. Weitere Diskussionen dann gern unten in der Kammentarfunktion.

Die Interpretation Schwarzbefahrer ist falsch. Schon einmals was von Hausfriedensbruch gehört ? Darauf müsst ihr schon mal eingehen.

Natürlich ist das Thema Hausfriedensbruch ein großer Brocken und benötigt juristisches Fachwissen. Dennoch ist dies ein Thema für sich und stellt keineswegs den Begriff Schwarzbefahrer infrage. Ich bin zwar kein Jurist, denke aber, wenn ich im Wald einen Stollen finde, der offen steht und diesen befahre, so ist dies nicht unweigerlich Hausfriedensbruch. Liegt dieser aber auf klar erkennbaren Privatgrund, so sieht die Sachlage natürlich ganz anders aus. Ebenfalls Gegebenheiten wie Einfriedungen und weitere Hinweise fallen hier schnell ins Gewicht. Verschafft man sich gewalttätig Zugang, so ist ohne Frage der Straftatbestand gegeben.
Ergo ich muss nicht zwingend Hausfriedensbruch begehen, um einen Stollen ohne Genehmigung schwarz zu befahren. 

Gern kannst du aber in den Kommentaren eine Diskussion anregen. Glück auf!

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